Jedes Jahr kommt sie wieder, die sogenannte Erkältungszeit. Wir bereiten uns vor, stärken unser Immunsystem und hin und wieder erwischt es uns dann doch mal. Dieses Jahr – in 2020 – hat das alles ganz andere Ausmaße. Jedes Halskratzen, jeder Husten, jede laufende Nase wird ganz genau beobachtet. Wir spüren eine Erkältung schon viel früher. Das ist nichts schlimmes. Eigentlich ist das sogar sehr schön, dass wir viel stärker auf die Signale unseres Körpers hören und  frühzeitig Maßnahmen ergreifen, damit es nicht zu einer manifesten Erkältung kommt. Wenn wir sonst bei Kopf- und Gliederschmerzen eine Tablette einschmissen und uns zur Arbeit quälten, ziehen wir uns dieses Jahr zurück, sobald wir die Anzeichen einer Erkältung spüren. Und das ist gut so.

In der grünen Hausapotheke finden sich so einige Mittelchen, mit denen wir frühzeitig eine Erkältung stoppen können. Heute habe ich ein Rezept für Kinder für euch, dass die Kids sogar selber mit euch herstellen können: Sprudelnde Erkältungsbad-Pralinen.

Jeder mag sprudelnde Badebomben. Besonders badeunwillige Kinder kann man damit in die ein oder andere gefüllte Badewanne überreden. Dazu kommt, dass in diesem Jahr jede Rotznase bedeuten könnte, dass die Kinder zu Hause bleiben müssen und nicht zur Schule dürfen. Eine schwierige Situation für viele Eltern. Deshalb kann es nicht schaden, schnell und effektiv den Keimen entgegenzuwirken, so dass sich da gar nicht erst etwas manifestiert. Was wäre da besser geeignet als wärmendes Wasser und duftende ätherische Öle, danach in den Bademantel schlüpfen, kuscheln, ein spannendes Buch vorlesen und eine deftig wärmende Suppe essen? Win win, wenn das Baden auch noch Spaß macht.

Ich habe deshalb ein Rezept für sprudelnde Erkältungsbad-Pralinen für euch, das super einfach nachzubauen ist mit Zutaten aus der Apotheke und prima unter Anleitung auch von den Kindern selber gemacht werden kann.

Die Inhaltsstoffe

Die ätherischen Öle (ab jetzt kurz ÄÖ), die ich verwendet habe, sind ein Vorschlag und geeignet für Kinder ab 6 Jahren.  Bei meinem Rezept für sprudelnde Erkältungsbad-Pralinen haben wir eine Konzentration von weniger als 1,5% ÄÖ auf die Gesamtmenge Pralinen, das macht bei Verwendung von einer Badepraline (~17g) weniger als 4 Tropfen pro Badewanne. Empfohlen werden bis zu 8 Tropfen als Badezusatz für Erwachsene. Da ÄÖ sehr stark reizende Wirkung haben, gehe ich hier lieber auf Nummer sicher. 

ÄÖ sollte man nie pur in Badewasser geben, da sie sich nicht lösen und auf der Wasseroberfläche aufschwimmen. Dadurch kommt man dann in Kontakt mit den puren ÄÖ, welche außerdem auf der Haut bleiben und dort schädlich sein können. ÄÖ müssen deshalb immer mit Emulgator ins Wasser gegeben werden, bei den Badepralinen übernimmt das Natron die Aufgabe. Optional kann man noch Lysolecithin als Emulgator hinzugeben, dieses verhindert, dass sich das Trägeröl am Badewannenrand festsetzt.

Für Badepralinen für jüngere Kinder darf auf keinen Fall Eukalyptusöl (oder Menthol) eingesetzt werden. Dieses kann zu Atemnot bis Atemstillstand führen. Möchtet ihr Thymian mit seiner stark antibakteriellen und antiviralen Wirkung benutzen, verwendet ausschließlich Thymian Ct. linalool. Thymian Ct. thymol ist zu stark hautreizend, auch für Erwachsene. Pfefferminz ist zwar als Tee super, das ÄÖ hat jedoch eine kühlende Wirkung und eignet sich deshalb nicht als Badezusatz.

 

 

Zutaten für etwa 23 Sprudelnde Erkältungsbad-Pralinen (~17g pro Praline)

  • 200g Natron
  • 30 ml Mandelöl
  • 50g Stärke
  • 100g Zitronensäure
  • 100 Tropfen Ätherische Öle (für Kinder ab 6 Jahren z.B. 25 Tr. Fichtennadel, 25 Tr. Kiefernadel, 25 Tr. Thymian (Ct. linalool), 10 Tr. Vanille, 5 Tr. Lavendel)
  • optional: etwas Lebensmittelfarbe (Gel oder Puder, nicht flüssig)
  • optional: 5g Lysolecithin
  • Handschuhe, Waage, Messbecher, Schüssel, Spatel, Silikon-Backform

 

Vorab: die Zitronensäure kommt als allerletztes (aber vor der Farbe) zu der Mischung. Sie ist der Bestandteil, der in Verbindung mit Natron anfängt sprudelnd zu reagieren, sobald sie mit Flüssigkeit in Kontakt kommen. Deshalb die Zitronensäure immer erst dazugeben, wenn alle flüssigen Bestandteile gut untergemischt wurden.

 

Zunächst misst du dir am besten alle benötigten Mengen ab. Dann das Natron in eine Schüssel geben, Stärke, Öl und die ätherischen Öle dazu (optional Lysolecithin) und alles mit der behandschuhten Hand so lange verreiben, bis alles gut durchmischt ist. Jetzt kannst du die Zitronensäure dazugeben und wieder alles sehr gut mischen. Du kannst die Masse nun aufteilen, wenn du verschiedene Farben möchtest oder mit einer Farbe komplett färben. Die fertige Masse füllst du in die Silikonform. Drücke die Masse richtig fest in die Formen. Anschließend holst du die Pralinen dann wieder aus der Form heraus. Ich lasse die Form dafür einfach leicht auf den Tisch fallen, die Pralinen lösen sich dann meist von allein wieder, wenn sie stabil genug sind. Die fertigen Praline sollten mindestens über Nacht etwas trocknen. Sie werden dann ganz fest und sind nicht mehr so bröckelig. Sobald sie fest sind, kannst du sie verpacken und verschenken, wenn du magst.

Gute Besserung!

 

Meine Rohstoffe und auch Ätherischen Öle kaufe ich übrigens sehr gern bei Dragonspice Naturwaren ein [unbezahlte Empfehlung].

 

 

Disclaimer:

Bei ernsthaften und langanhaltenden Symptomen ersetzt dieser Artikel nicht den Arztbesuch. Weiterhin gilt zu beachten, dass unverdünnte ÄÖ stark reizend bis giftig und krebserregend sein können. Abgelaufene oder zu lang geöffnete ÄÖ können Hautirritationen hervorrufen (besonders bei Kindern). Deshalb sind insbesondere Monoterpen-haltige ÄÖ, wie die oben genannten Nadelöle, nicht unbegrenzt für die Anwendung auf der Haut verwendbar. Empfindliche Menschen und Allergiker sollten ÄÖ grundsätzlich vorab testen und im Zweifelsfall auf dei Anwendung verzichten. Prinzipiell setzt das Experimentieren mit ÄÖ Fachkenntnis voraus. Das oben genannte Rezept ist nach bestem Wissen unbedenklich und sowohl von Kindern als auch Erwachsenen getestet worden. Für individuelle Reaktionen kann aber – vor allem beim Abweichen vom Originalrezept – keine Haftung übernommen werden.

 

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