Das Gartenjahr

Oktober: Höchste Zeit für Knoblauch und Winterzwiebeln

Melanie465 Leser

Brrr, ist es nicht eklig kalt und nass draußen? Wer kommt denn da auf die Idee, seine Nachmittage im Garten mit den Fingern in der feuchten Erde zu verbringen? Und wer schafft es auch nur einen einzigen kleinen Gedanken an den nächsten Sommer zu fassen? Kann ich euch nicht verdenken.

Tatsächlich wäre es aber richtig schade, wenn ihr jetzt den Zeitpunkt verpasst, um den Knoblauch für das nächste Jahr zu stecken. Zwar habt ihr im Frühjahr noch einmal die Chance, aber so richtig schöne große Knollen gibt es nur bei der Herbstpflanzung. Und auch die Winterzwiebeln wollen jetzt im Oktober in die Erde. So könnt ihr unter Umständen schon im Mai die ersten aromatischen Zwiebeln ernten.

Von meiner letztjährigen Knoblauchernte konnten wir das ganze Jahr leben, tatsächlich habe ich es aber dann versäumt im Herbst neue Zehen nachzustecken. Und dementsprechend mager ist der Bestand in diesem Jahr ausgefallen. Ich werde nachkaufen müssen und das ärgert mich echt. Zumal Knoblauch und Winterzwiebeln stecken wirklich kinderleicht ist und super schnell geht. Seht selbst!

Vorbereitung der Beete

Das aufwendigste am Zwiebeln und Knoblauchzehen stecken ist die Vorbereitung. Und, nein, die ist auch nicht wirklich aufwendig. Außerdem müssen die Beete eh für den Winter vorbereitet werden. Das heißt, Unkraut muss gezupft werden, der Boden muss gelockert werden und etwas Düngung tut den Knollen auch gut.

gelockertes, unkrautfreies Hochbeet im Herbst

Mischkultur planen

Wenn das erledigt ist, habt ihr schon die halbe Miete. Dann müsst ihr nur noch die Tüten aufreissen und die Dinger in den Boden hauen. Na gut, die Knoblauchknollen muss man vorher noch in die einzelnen Zehen auftrennen. Und ja, vielleicht solltet ihr vorher darüber nachdenken, wohin ihr die Steckzwiebeln und Zehen pflanzen wollt. Denn sie sind nicht nur ein unentbehrliches und leckeres Küchengemüse, sondern haben heilsame Wirkung auf euren Boden und die Pflanzen, die drumherum wachsen werden.

Zum einen sollen sowohl Knoblauch als auch Winterzwiebeln gegen Schnecken helfen, da diese den Geschmack ganz einfach nicht mögen. Ich versuche deshalb möglichst, meine Hochbeete mit Zwiebeln oder Knoblauch einzurahmen und vor allem zwischen Erdbeerpflanzen regelmäßig einen Schneckenalptraum zu stecken (Knoblauch verbessert im Übrigen auch das Aroma von Erdbeeren). Im Beet verteile ich die kleinen Helfer ebenfalls großzügig. Das hat aber auch vor allem den Grund, dass Knoblauch seine Nachbarn vor gefräßigen Mäusen und vor dem allzeit gefürchteten Echten Mehltau schützt. Und wer zwischen die Mohrrübensaat fleißig Zwiebeln setzt, kann damit nicht nur gut die Reihen der spätkeimenden Rüben markieren, sondern schützt diese gleichzeitig auch noch vor der Möhrenfliege. Die Möhren wiederum schützen die Zwiebel übrigens vor der Zwiebelfliege. Diese Kombination ist also ein klassischer Win-win für euren Garten!

Wenige Gemüsesorten kommen mit Zwiebeln oder Knoblauch als Nachbar nicht sonderlich gut klar. Dazu gehören vor allem Kohl- und Bohnenarten sowie auch Kartoffeln. Also plant mit Bedacht!

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Zehen und Steckzwiebeln setzen

Das Setzen der einzelnen Knoblauchzehen und der Steckzwiebeln ist denkbar einfach: Einfach in den Boden drücken. Das geht bei den kleinen Winterzwiebeln besonders leicht, bei Schalotten oder größeren Knoblauchzehen helfe ich schon mal mit einem Pflanzholz nach. Mit diesem kann man Löcher in den Boden stechen, in die die Zwiebeln eingesetzt werden können. So bekommen diese keine Druckstellen oder brechen womöglich noch – misshandelt durch angefrorene taube Finger.

Eine Faustregel zum Setzen von Zwiebeln besagt, dass man sie etwa 3 mal so tief in den Boden stecken soll, wie sie groß sind. Diese Regel beachte ich bei meinen Frühlingsblühern und der Frühlingspflanzung von Zwiebeln. Im Herbst setze ich allerdings sowohl Knoblauch als auch Zwiebeln ebenerdig in die Hochbeete, da ich diese danach noch mit Kompost und Erde auffülle.

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Den empfohlenen Pflanzabstand sollte man einhalten, da er Voraussetzung für gesundes Wachstum und Schutz vor Krankheiten darstellt. Außerdem ist es anfangs gar nicht so einfach abzuschätzen, wie stark an Umfang denn die unter der Erde versteckte Knolle oder Zwiebel zunehmen wird. Aus nur einer Knoblauchzehe bildet sich wieder eine ganze Knolle und die kann je nach Sorte eine beachtliche Größe annehmen. Das klappt aber nur, wenn sie auch genügend Platz zum Wachsen hat! Also die Abstände gegebenenfalls mit den Maßband abmessen und auch die weitere Bepflanzung des Beetes beachten! Danach braucht ihr die kleinen Pflanzenkinder nur noch mit Erde abdecken und dann verschwinden sie für ein paar kalte Monate, um euch im Frühjahr mit kleinen sattgrünen, würzig duftenden Triebspitzen zu grüßen.

Ahh…

… ein kleiner Tipp noch für alle, die wie ich ein siebartiges Gehirn besitzen: Die Fotos der gesteckten Zwiebeln mache ich nicht nur für den Blog, sondern um mich nachher auch daran erinnern zu können, wo was in die Erde gebracht wurde. Denn erst im Laufe des Winters plane ich die kompletten Beete und mache einen Übersichtsplan. Den zeige ich euch später!

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