Das Gartenjahr

Im Winter: Mischkulturen planen

Melanie653 Leser

Winter. Die Böden sind gefroren, die Temperaturen sind unterirdisch. Bestenfalls liegt noch Schnee und alles sieht hübsch aus. Aber im Garten arbeiten? Ne, also wirklich. Der Winter ist keine gute  Jahreszeit für den Gärtner.

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Hah! Falsch gedacht! Der Winter ist sooo wichtig für uns Gärtner. Nicht nur, dass sich unsere ausdauernden Pflanzen und Bäume endlich mal eine wohlverdiente Erholungspause gönnen können, nein, auch für ein erfolgreiches neues Gartenjahr wird im Winter der Grundstein gelegt. Wenn es draussen kalt ist, ist es nämlich drinnen die beste Zeit mit einer dampfenden Tasse Tee die Beete und ihre Mischkulturen für die neue Saison zu planen. Mit der richtigen Zusammenstellung von Gemüsesorten und Standortbedingungen steht und fällt die erfolgreiche und großzügige Ernte zum Ende der Saison.

Also schnappt euch einen Bogen Papier, einen Bleistift und eure Samentütchen -hier findet ihr die Tipps für gesunde Mischkulturen und eine dynamische Anordnung eurer Beete!

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Was sind Mischkulturen?

Unter einer Mischkultur versteht man das Kombinieren verschiedener Pflanzensorten im Sinne eines Fruchtwechsels auf kleinstem Raum und innerhalb einer Saison. Die kombinierten Pflanzen unterscheiden sich in ihrem Nährstoffbedarf und in der Abgabe von sogenannten Phytonziden, also Substanzen, die an die Umwelt abgegeben werden. So halten sie sich gegenseitig das Erdreich gesund und nahrhaft und schützen sich gleichzeitig vor Parasiten und Fressfeinden. Durch die Kombination verschiedener Blattgrößen, Wuchshöhen und Wurzelformen wird das Beet ideal genutzt, der Boden vor Austrocknung geschützt und empfindlichere Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung bewahrt. Und im Idealfall haben unerwünschte Pflänzchen (nein, ich nenne sie jetzt nicht Unkraut) keine Chance mehr. Das in Mischkultur geplante Beet wird zu einer Biozönose, die im Idealfall nur minimales Eingreifen durch uns Gärtner erfordert und uns gesunde, ertragreiche Ernten beschert.

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Gute Partner

Der zunächst am einfachsten zu verstehende und umzusetzende Faktor ist die Form der Pflanzen. Oberirdisch dürfen sie sich nicht gegenseitig  durch ihre Blätter oder Früchte in die Quere kommen. Es muss immer genug Platz zur Belüftung bleiben und die Pflanzen dürfen sich nicht gegenseitig das Licht rauben. Unterirdisch ist es wichtig auf eine Kombination von Flach- und Tiefwurzlern zu achten, bzw. oberirisch fruchtende Gemüse mit unterirdischen Knollen oder Rüben zu kombinieren. Auch die Wurzeln brauchen genügend Platz zum Wachsen, um eine starke, leistungsfähige Pflanze zu bilden. Äußerst wichtig ist es deshalb auch, starkzehrende mit schwachzehrenden Pflanzen zu vergesellschaften.

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Beispiele für gute Nachbarn:

Möhren – Zwiebeln: Die Zwiebel vertreibt die Möhrenfliege, die Möhre die Zwiebelfliege –ein Dream-Team im Garten

Kresse – Radieschen: Die Nachbarschaft mit Kresse verleiht dem Radieschen ein kräftigeres Aroma. Außerdem eignen sich die schnell keimenden Radieschen auch ideal zur Reihenmarkierung langsam keimender Gemüse wie Möhren

Bohnenkraut – Buschbohnen: Nicht von ungefähr kommt die Namensgebung – Bohnenkraut schützt Bohnen vor Läusen

Kapuzinerkresse – Obstbäume: Blattläuse stehen auf Kapuzinerkresse! Deshalb eignen sie sich wunderbar als natürliche „Falle“ unter Obstbäumen, aber auch in der Nähe jeder Gemüsepflanze, die man vor den gefräßigen Läusen schützen möchte

Erdbeeren – Knoblauch: Schnecken mögen den Geruch von Knoblauch überhaupt nicht so gern. Wenn man also im Erdbeerbeet großzügig die ein oder andere Knoblauchknolle steckt, hat man im Sommer weniger Ärger mit angefressenen Erdbeeren. Mein schneckenfreundlicher Tipp: eine äußere Reihe Erdbeeren für die Schnecken freigeben und diese durch eine dichte Reihe Knoblauch von den anderen Erdbeeren trennen!

Kohl – Pfefferminze: Kohlweißlinge mögen wohl eher keine allzu starken Aromen. Deshalb kann man sie wunderbar vom Kohl fernhalten, indem man diesen mit stark aromatischen Kräutern wie Salbei, Pfefferminze oder Thymian kombiniert

Kohl – Tagetes, Giftbeere: Tagetes und Giftbeere vermögen die Weiße Fliege vom Kohl fernzuhalten

Weitere:

  • Kartoffeln – Mais, Kamille, Tagetes, Spinat, Kohlrabi, Stangenbohnen
  • Gurken – Bohnen, Zwiebeln, Rote Beete, Lauch, Erbsen
  • Kohlrabi – Kartoffeln, Radieschen, Salat, Rote Beete
  • Salat – Dill, Möhren, Erdbeeren, Kohlrabi, Radieschen
  • Zucchini – Mais, Kapuzinerkresse

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Schlechte Nachbarn

Es gibt viele verschiedene Pflanzenkombinationen, die sich positiv aufeinander auswirken. Welche am besten im eigenen Garten funktioniert ist ein Erfahrungswert, den jeder Gärtner für sich selber erlangen muss. Verschiedene Gärten haben verschiedene Traumpaare. Auch bei der optischen Zusammenstellung hat jeder unterschiedliche Vorlieben. Dennoch gibt es ein paar Pflanzen, die wollen partout nicht zusammen. Schlechte Partner sind:

  • Salat – Petersilie
  • Bohnen – Zwiebel, Erbse, Fenchel
  • Kohl – Zwiebel, Erdbeeren, Kartoffeln
  • Tomate – Erbse, Gurke, Kartoffeln
  • Kartoffeln – Sonnenblumen, Tomaten
  • Kohl – Senfsaat

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Plan zeichnen

Damit ich nicht den Überblick verliere in der Zusammenstellung meiner Pflanzen, aber auch später wenn es in den Garten geht nicht vergesse wo ich was ausgesät habe, zeichne ich mir vor der Saison einen mehr oder weniger kleinen Gartenplan. Dieser ist ein nicht unbedingt maßstabsgetreuer Grundriss meines Gemüsegartens, den ich mir als Vorlage vorbereitet habe und in den ich mit verschiedenen Farben die verschiedenen Gemüsesorten einzeichne. Mit verschiedenen Farben kann man verschiedene Erntezeiträume, Aussaattermine oder Pflanzengruppen darstellen. Da kann man sich sein eigenes System aufbauen. Hier mal meine Rohversion. Nach der Aussaat male ich dann farbig die Reihen ein. Ich zeige euch gern später mal ein Foto davon.

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Habt ihr noch nicht genug gelesen über die Nachbarschaft von Pflanzen und deren Wirkungen auf einander? Dann habt ein bisschen Geduld und freut euch auf meinen nächsten Artikel, in dem ich euch das Prinzip der Allelopathie und der Phytonzide vorstelle!

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