Essbare Wildkräuter sammeln kann wirklich jeder! Es ist erstens kein Hexenwerk und zweitens wirst du die gängigsten essbaren Wildkräuter schon kennen. Ich meine, wer kann nicht schon seit Kindesbeinen an sehr genau und mit Adlerblick von Weitem Brennnesseln erkennen? Spätestens nach der ersten körperlichen Begegnung vergisst man deren Äußeres nicht mehr so leicht. Oder?

Trotzdem gibt es ein paar Dinge zu beachten, wenn man Freude haben möchte mit dem wild geernteten Gemüse. Komm, lass uns das gemeinsam anschauen!

 

 

Wildkräuter oder Wildegemüse trifft man mit geübtem Blick fast überall an. Natürlich wollen wir aber nicht überall sammeln, denn manche Dinge mag man nicht im Essen haben. Und der geübte Blick, naja, der kommt mit der Zeit. Zu Beginn helfen dir aber ganz sicher die folgenden Tipps.

Aller Anfang…

  • Zu allererst: Sammle nur und ausdrücklich nur, was du zweifelsfrei erkennen kannst. Beginne mit ein paar ganz einfach zu erkennenden Kräutern, die keine giftigen Doppelgänger haben. Zu Beginn kannst du schon allein mit Brennnesseln dein Ernährung extrem aufwerten. Aber auch z.B. Spitzwegerich, Löwenzahn, Gänseblümchen oder Rote Melde sind auch mit dem ungeübten Auge zu erkennen.
  • Idealerweise schließt du dich zu Beginn ein paar Kräuterführungen in deiner Umgebung an. Die Expert*innen dort zeigen dir nicht nur, was es in deinem Umfeld so zu sammeln gibt, sondern können dir auch helfen, die Pflanzen zu bestimmen und von giftigen Vertretern zu unterscheiden.

Weiter geht’s!

Wenn du dich nun sicher fühlst das erste Mal allein oder in einer kleinen Gruppe zum essbare  Wildkräutersammeln aufzubrechen, solltest du ein paar Ansprüche an deine Sammelorte stellen:

  • meide Stadtparks, kleine öffentliche Grünanlagen oder Hundegassi-Meilen. An diesen Orten musst du damit rechnen, dass deine Kräuter verunreinigt sind durch Urin, Kot oder andere Substanzen, die man nicht im Essen will.
  • sammle auch nicht in der Nähe stark befahrener Straßen. Den robusten Wildpflanzen machen Abgase und Staub vielleicht nichts aus, aber du möchtest deine Wildpflanzen möglichst gesund und ohne giftige Ablagerungen
  • leider darfst du auch nicht in Naturschutzgebieten sammeln. Halte dich der Natur zu Liebe daran!
  • ideal sind großläufige Grünanlagen oder Wald-, Feld- und Wiesengebiete am Stadtrand und außerhalb. Genieße den Ausflug zum Sammeln – so ein Trip ins Grüne tut deinem Körper, deinem Geist und deinem Kopf äußerst wohl.
  • wenn du zu den gesegneten Menschen mit Balkon, Terrasse oder sogar Garten gehörst, kannst du dir deine Wildkräuter natürlich auch dort direkt ansiedeln. Die meisten Kräuter gedeien auch hervorragend in Topf und Kübel. Da tut es zur Not auch ein Blumenkasten am Fenster!

Was solltest du dabei haben?

  • verwende zum Sammeln Stoffbeutel, Netze oder Körbe
  • sammelst du Pflanzen mit stabilen Stängeln (z.B. Hirtentäschle ist so ein Kandidat) bietet es sich an, eine Kräuterschere oder ein Gartenmesser dabei zu haben. Bist du ungeübt im Brennnessel ernten, helfen dir wahrscheinlich Handschuhe.
  • wenn du Wurzeln ernten möchtest, brauchst du natürlich einen kleinen Klappspaten

Letzte Handgriffe

Zu guter Letzt möchtest du deine Ausbeute ja verarbeiten.

  • zunächst breite deine gesammelten Kräuter einmal ordentlich aus und gib den letzten Insekten die Möglichkeit, deinem Teller zu entgehen
  • nun kannst du die Wildkräuter mit kaltem Wasser abbrausen, wenn sich das für dich wohler anfühlt

Die Kräuter sind nun bereit, um von dir verarbeitet zu werden. Die meisten Wildkräuter kann man kochen, entsaften, pürieren oder als Salat verspeisen so wie sie sind. Eventuell kannst du harte Stängel oder Blattader entfernen. Wenn du Brennnesseln roh verarbeiten möchtest, solltest du die Nesselhärchen unschädlich machen. Wie das ganz einfach geht und weitere Tipps zum Brennnessel sammeln habe ich dir in einem weiteren Artikel zusammengefasst.

 

Tipp: falls du nicht alles auf einmal verarbeiten kannst, lassen sich einige Wildkräuter sehr gut auch in ein feuchtes Tuch eingeschlagen für ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren.

 

Und nun: Guten Appetit!

Was denkst du?

Hast du noch weitere Fragen, die ich dir beantworten kann? Magst du mir erzählen, welche Wildkräuter du üblicherweise sammelst? Gibt es eine interessante oder lustige Anekdote dazu? Dann schreib mir gern in die Kommentare, ich freue mich, von dir zu lesen!

Wissensdurst

Benötigst du ein paar Tipps zum Sammeln von Brennnesseln, dann schau gern in meinen Artikel “Brennnesseln sammeln“. Im Beitrag “Essbare Blüten” findest du alles rund um das Sammeln von Blüten.

 

 

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