Darf Ich Vorstellen

Darf ich vorstellen: Mein Garten

Melanie527 Leser

„Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt wurden.“

Ralph Waldo Emerson

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In meinem knapp 800 qm großen Garten darf ich mich seit 2014 austoben. Einen kleineren Bereich, ca. 100 qm habe ich für meinen Hausgarten reserviert. Im ersten Jahr hatten wir nur nackten kargen Boden. Auf gut Glück habe ich dann einige Samen irgendwo in die Erde gedrückt und schnell gelernt, dass dem Unkraut schnurzpiepegal ist, dass ich die Beete mit Steinen markiert hatte. Auch die Schnecken konnten sich den Bauch mit den wehrlos ausgelieferten Erdbeeren vollstopfen und so haben wir schnell eingesehen, dass wir einen Plan brauchen.

Gartenplanung ist ein Muss

Im zweiten Jahr hatten wir dann schon ein paar Hochbeete  und ein Gewächshaus. Tatsächlich hat das die Schnecken bis auf ein paar besonders schlaue Exemplare schon mal ferngehalten. Aber -ich muss mich jetzt gewählt ausdrücken- Unkraut ist ein Arschloch und so waren unsere unbefestigten Wege schnell ein undurchdringlicher Dschungel. Fazit: Ungeduld ist keine Tugend, Gartenplanung ist ein Muss. Daher im dritten Jahr noch mehr Hochbeete, Steinwege und ein paar „Platz-spar-Experimente“. Und was soll ich sagen? Es läuft! Außerdem –ganz geheimer Faulpelz-Tipp- habe ich angefangen, viele der Unkräuter in meinem Wildkräuterlexikon nachzuschlagen und –tadaaaa- kaum noch Unkraut in den Beeten. Dafür Baumspinat, Melde, Vogelmiere im Salat.

baumspinat
vogelmiere

Ein paar ganz klassische Anfängerfehler habe ich auch gemacht. Pfefferminze. Die Gartenprofis fangen schon an in ihre Fäuste zu kichern. Ich habe Pfefferminze geschenkt bekommen und habe sie in den Garten gepflanzt. Die Gartenprofis fangen an zu Glucksen. Ich habe Pfefferminze geschenkt bekommen und habe sie in den Garten gepflanzt, ohne an eine Wurzelsperre zu denken. Die Gartenprofis prusten laut lachend. Das gleiche habe ich mit Pfefferkraut gemacht. Die Gartenprofis halten sich die Bäuche und weinen vor Lachen. Ne, ernsthaft, pflanzt nie, nie und ich meine niemalsnie Kräuter mit Wurzelausläufern einfach so ins Beet. Es sei denn ihr könnt 2 Liter Pfefferminztee täglich trinken. Die breiten sich in Rekordschnelle  aus und sind dann wirklich überall.

Mit Geduld und Spucke zur reichen Ernte

Aber mit jedem kleinen Fehler ist die Faszination am Gärtnern und dem System dahinter immer weiter gewachsen. Man braucht so viel Geduld und Liebe und wird dann aber auch so reichhaltig beschenkt. Unfassbar, wie sich die Pflanzen untereinander helfen und wie man mit der Natur zusammenarbeiten kann. Besonders haben es mir die Wildpflanzen und Kräuter angetan. Die bereichern den Garten mit Farben und Düften, auch wenn noch nichts anderes wächst oder die Saison rum ist. Ich versuche jedes Jahr ein paar mehr Arten in den Garten zu integrieren. Ansonsten probiere ich verschiedenste Gemüsesorten aus, am liebsten ist mir, wenn man die ganze Pflanze verwenden kann. Daneben  gesellten sich schnell verschiedene Beerensträucher, einige Obstbäumchen, nützliche Blumen und auch ein paar einfach nur hübsch anzusehende Blumen.

thymian
rote-johannisbeere
goldlack_bluete_rosa

Wichtig ist mir, dass die Sorten sehr ernteergiebig sind und auch auf kleinstem Raum angebaut werden können. Ich fände es nämlich toll, wenn jeder Gartenbesitzer in jedem noch so kleinen Garten einen Teil seines Obst-und Gemüsebedarfs selber decken könnte. So wie Urban Gardener in der Stadt versuchen, sich durch ihre Anbaumethoden ein Stück weit von der Nahrungsindustrie abzunabeln. Nur, dass wir das urbane Gärtnern in die Speckgürtel verlagern. (Sub)Urban Gardening halt!

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