Das Gartenjahr

Anfängerfehler: Bohnen einlagern

Melanie1 Kommentar772 Leser

Heul, heute mein erster Beitrag in der bestimmt bald reich gefüllten Rubrik „Anfängerfehler“. Ich hab ja gehofft, dass ich so gut es geht verschont bleibe, aber die Natur verzeiht keine Ungeduld. Und dieses Jahr bin ich es wohl zu ungeduldig mit meinen Feuerbohnen angegangen.

Nach einer reichen Ernte hab ich schon im Spätsommer viele der Bohnenkerne in Eintöpfen verarbeitet, Bohnenpaste gemacht und sie mit an Gemüsepfannen geschmissen. Aber so richtig gefreut habe ich mich darauf, sie einzulagern und den ganzen Winter über bis hin zur nächsten Bohnensaison meine selbstangebauten Feuerbohnen zubereiten zu können. Ja, Pustekuchen. Wie ich nämlich gerade feststellen durfte, sind mir die kleinen schwarzen Samen allesamt dem Schimmel zum Opfer gefallen.

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Euphorisch und unbedacht wie ich war, hab ich nämlich die Kerne aus den Hülsen gelöst, sie in eine praktische (haha) Plastiktüte gepackt und im Küchenschrank verstaut. Fail, Fail, Fail -drei mal gleich Mist gemacht. Natürlich waren die Kerne noch viel zu feucht, auch wenn die Hülsen vertrocknet waren. Natürlich ist die Feuchtigkeit in der Tüte kondensiert. Und natürlich hat die Wärme aus der Küche dem Schimmelwachstum förmlich applaudiert. Tja, nun sind sie hin.

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Aber wisst ihr, was noch viel unappetitlicher ist? Mich juckt es am ganzen Körper beim Gedanken daran: Ich hab mir damit auch Bohnenkäfer eingeschleppt. Gut, von deren Existenz habe ich eben erst erfahren und ich hoffe, dass sie sich bisher nur in der Bohnentüte aufgehalten haben. Zumindest hat die Tüte nicht so perfekte kreisrunde Löcher wie die Samen meiner Feuerbohnen. Aber unwohl ist mir trotzdem und ich ärgere mich, dass ich nicht schon vorher wusste, dass es diese fiesen kleinen Schädlinge gibt.

Bohnenkäfer

Die Bohnenkäfer sind 3 bis 4 mm kleine, fast vollkommen schwarze Käferlein. Die Weibchen legen ihre Eier mit großer Vorliebe an die Samen verschiedener Bohnensorten und wenn sie müssen, dann legen sie auch selbst Hand an und fressen sich den Weg durch die Hülse zu den Samen selber frei. Dort schlüpfen dann irgendwann winzige unschuldige, hungrige Käferlarven, die sich in die Bohne bohren und sich im Samen zu adulten Käfern weiter entwickeln. Diese fressen die Samen von innen leer, bis es sie durch die typischen kreisrunden Löcher zur nächsten Bohne treibt. Und dann geht das Spiel von vorne los. Das Gemeine: hat man die Käfer erst einmal auf der Pflanze, kann man schon nichts mehr tun. Frühes Ernten, also bevor die Käfer ihre Eier ablegen können, soll helfen. Wenn ihr aber auch nur eine befallene Bohne mit einlagert, ist der Rest auch hin. Die Weibchen legen die Eier nämlich auch an getrocknete Bohnen. Ihr seht schon, nicht so einfach mit den Bohnenkäfern. Probieren geht über studieren, hier die Tipps:

  • Hülsen möglichst früh ernten
  • Bohnen während des Trocknens regelmäßig durchgucken und befallene Samen aussortieren
  • trockene Bohnen in fest verschließbaren Gläsern aufbewahren, um Ausbreitung zu verhindern
  • die Ernte auf mehrere Gläser verteilen
  • trockene Bohnen einige Tage einfrieren
  • angeblich sind dunkle Bohnensorten eher selten befallen (das kann ich aber nicht unterschreiben, denn meine Feuerbohnen sind schwarz)
  • es gibt zur Not auch chemische Mittel, die man auf der Pflanze, aber auch im Heim anwenden kann

Da war doch noch was…

Genau. Der Schimmel. Dem kann man durch einfrieren nämlich auch einen Strich durch die Rechnung machen. Zumindest ich für meinen Teil werde meine Bohnenernte wohl in Zukunft eher einfrieren. Ansonsten muss man darauf achten, dass man die Kerne nach Entfernen der Hülse noch gut austrocknen lässt. Testen kann man das, indem man mit einem Hammer auf die Samen schlägt: zerspringen sie, sind sie trocken; zerquetscht man sie, waren sie noch zu feucht. Natürlich sollte man auch Gefäße zum Trocknen nehmen, die kein Kondenswasser entstehen lassen (Plastiktüten sind also völlig ungeeignet, das hätte mir aber schon mal früher einfallen können…).

So ein bisschen hat dieser Schädlingsfund meine Freude über die eigene Trockenbohnen-Ernte aber schon gedämpft. Durch die Gartenarbeit bin ich zwar schon bedeutend entspannter gegenüber Krabbeltierchen geworden, aber das Wissen über unsichtbare Insektenkinder, die von mir unbemerkt verspeist werden…ne. Ein unwohles Gefühl bleibt. Deshalb beende ich jetzt diesen Beitrag und schaue mir meine Schränke nochmal genau an! Wenn ihr noch Tipps und Ideen habt: bitte, ich bin über jeden Ratschlag dankbar!

 

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